Ratgeber Speiseröhrenkrebs
Informationen für Betroffene und Angehörige
Wissenswertes zum Speiseröhrenkrebs
Der Speiseröhrenkrebs ist hierzulande eine eher seltene Krebsform, vorwiegend in Osteuropa und im asiatischen Raum tritt er häufiger auf. Als Ursache werden bestimmte Ernährungs- und Trinkgewohnheiten vermutet. So erhöht sich das Risiko deutlich, einen Speiseröhrenkrebs zu entwickeln, wenn Getränke zu heiß konsumiert werden. Bei einer Untersuchung an 300 Krebspatienten stellten iranische Forscher fest, dass das Risiko, einen Speiseröhrenkrebs zu entwickeln, auf das Doppelte anstieg, wenn Tee mit Temperaturen von 65 bis 69 Grad getrunken wurde. Gemessen an einer Vergleichsgruppe, die ihren Tee eher warm oder nur lauwarm zu sich nahm.
Falsche Ernährung als Risikofaktor
Wenngleich wir den Tee nicht so heiß genießen gibt es Risikofaktoren, denen wir Beachtung schenken sollten, wie zum Beispiel Nikotin- und Alkoholkonsum. Ebenso kann eine fettreiche und vitaminarme Ernährung die Grundlage für einen Speiseröhrenkrebs bilden. Obwohl die Speiseröhre sehr robust ist, kann eine über Jahre oder Jahrzehnte anhaltende Schädigung den Krebs auslösen und führt deshalb mit fortschreitendem Alter zu einem höheren Risiko.
Die Symptome zeigen sich erst sehr spät
Diese Krebsform ist auch deshalb so gefährlich, weil sie anfänglich fast beschwerdefrei verläuft und es keine Früherkennung für das Ösophaguskarzinom gibt. Haben sich die ersten Symptome eingestellt, ist der Speiseröhrenkrebs nicht selten schon sehr weit entwickelt. Im schlimmsten Fall kommt nur noch eine palliativmedizinische Behandlung in Frage. Erste Anzeichen sollten deshalb sehr ernst genommen werden. Beispielsweise können Sodbrennen oder Schluckbeschwerden (Dysphagie) auch andere Ursachen haben, sollten aber rechtzeitig untersucht werden.
Wurde ein Speiseröhrenkrebs festgestellt und war die Behandlung erfolgreich, so kommt der Nachsorge große Bedeutung zu. Die Operation – bei der die Speiseröhre teilweise oder ganz entfernt wurde – hat tief in das Nahrungsaufnahme- und Verdauungssystem eingegriffen. Regelmäßige Untersuchungen sind deshalb zwingend. Welchen Turnus und welche Kontrollen und Methoden zum Einsatz kommen, bestimmt der Hausarzt oder auch das Krankenhaus, das die Operation vorgenommen hatte. Vor allem sollen die Nachuntersuchungen klären, ob sich der Krebs wieder entwickelt (Rezidiv) und welche Maßnahmen frühzeitig noch ergriffen werden können.
Besondere Bedeutung kommt bei solch einem schweren Eingriff der persönlichen Betreuung zu, die helfen soll, das seelische und psychosoziale Gleichgewicht wiederherzustellen, um die Folgen und Probleme der Erkrankung zu bewältigen.
Empfehlenswert sind in diesem Zusammenhang auch Selbsthilfegruppen zum Austausch von Fachinformationen und gegenseitiger Unterstützung im Umgang mit dem Befund und in der Zeit der Nachsorge (siehe auch Linkliste).
Lebensumstellung ist eine wichtige Therapiekomponente
Der Speiseröhrenkrebs ist nur sehr schwierig zu behandeln, auch nach einer erfolgreichen Operation kann es noch nach Jahren zu einem Rezidiv kommen. Deshalb ist die Vorsorge durch eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Nikotin und Alkohol ratsam.
Christian Wolf
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