Informationen für Betroffene und Angehörige

Ratgeber Speiseröhrenkrebs

Informationen für Betroffene und Angehörige
 
 
Speiseröhrenkrebs
Was ist Speiseröhrenkrebs?

Speiseröhrenkrebs ist eine bösartige Krebserkrankung, die sich zum einen aus der Schleimhaut der Speiseröhre, zum anderen aus dem Drüsengewebe der Speiseröhre bilden kann. Die Schleimhaut kleidet den überwiegenden Teil der Speiseröhre aus, der kleinere, untere Teil besteht aus Drüsengewebe. Je nach Art der Zellen, aus denen ein Speiseröhrenkrebs entsteht, wird in unterschiedliche Arten unterschieden: u. a. das Plattenepithelkarzinom  und das Adenokarzinom. Eine weitere Ausprägung des Speiseröhrenkarzinoms greift spezifische Nerven an, sodass die Funktion der Speiseröhre u. U. beeinträchtigt wird. Risikofaktoren sind je nach Art der Krebserkrankung Rauchen, der Konsum von Alkohol oder Sodbrennen.

Nach den genauen Ursachen der Entstehung von Speiseröhrenkrebs wird zzt. noch geforscht. Es gibt jedoch gewisse Risikofaktoren für die Entstehung von Speiseröhrenkrebs. Für die Ausbildung der jeweiligen Arten des Speiseröhrenkarzinoms werden verschiedene Aspekte mitverantwortlich gemacht: Der Konsum von Zigaretten und Alkohol, unausgewogene Ernährung sowie Verbrennungen durch erhitzte Nahrung scheinen das Plattenepithelkarzinom zu begünstigen, während für das Adenokarzinom vorwiegend fetthaltige Nahrung und dadurch entstehendes Sodbrennen, der sog. ösophageale Reflux, verantwortlich sind. Dieser verletzt auf Dauer die Schleimhaut der Speiseröhre und kann im weiteren Verlauf eine Krebserkrankung auslösen.

Die Risikofaktoren für die Ausbildung von Speiseröhrenkrebs können z. T. leicht vermieden werden. Getränke und auch Nahrung sollten nicht zu heiß zu sich genommen werden, auf den Konsum von hochprozentigen alkoholischen Getränken und Zigaretten sollte verzichtet werden. Wer sich vitaminreich und fettarm ernährt, kann auch zumeist Sodbrennen vermeiden. Die Vorbeugung ist deshalb so wichtig, weil bei Speiseröhrenkrebs selten eindeutige und frühe Symptome auftreten, die eine frühe Diagnose ermöglichen. Meist entwickelt Speiseröhrenkrebs erst im fortgeschrittenen Zustand merkliche Symptome.

Auch nach einer Speiseröhrenkrebserkrankung und der Therapie sollten die Maßnahmen zur Vorbeugung eingehalten werden.

Diagnose Speiseröhrenkrebs

Speiseröhrenkrebs löst häufig erst im fortgeschrittenem Stadium Symptome aus – diese können sich dann u. a. in Beschwerden beim Schlucken, einem Engegefühl im Hals, Würgen, Sodbrennen oder Aufstoßen äußern. Diese Symptome weisen nicht eindeutig und ausschließlich auf Speiseröhrenkrebs hin, können aber Anzeichen dafür sein. Zur Diagnose wird eine Spiegelung der Speiseröhre vorgenommen. Dabei können die Speiseröhrenwände begutachtet werden. Bei positivem Befund von Veränderungen wird eine Probe des Gewebes histologisch untersucht. Liegt tatsächlich eine Speiseröhrenkrebserkrankung vor, erfolgen zur genaueren Diagnose Untersuchungen mittels Endosonografie sowie Röntgen. Dabei können Lokalisation und Größe des Speiseröhrenkarzinoms festgestellt werden.

Was ist Speiseröhrenkrebs?

Die Speiseröhre

Die Speiseröhre ist etwa 25 Zentimeter lang und führt vom Rachenraum hinter der Luftröhre über den Brustraum zwischen Herz und Wirbelsäule hindurch in den Magen-Darm-Trakt. Verschiedene Muskelschichten sorgen dafür, dass die Nahrung durch abgestimmte Muskelkontraktionen in Längsrichtung zum Magen transportiert werden kann.

In den oberen zwei Dritteln besteht die Speiseröhre hauptsächlich aus Deckgewebe (Plattenepithel), während das letzte Drittel hauptsächlich aus Drüsengewebe (Adeno) gebildet wird.

Um einen Rückfluss (Reflux) des Inhaltes (Magensäure und Nahrung) zu verhindern, findet sich am Ende der Speiseröhre ein Schließmuskel. Entspannt sich dieser Schließmuskel (auch Sphinkter genannt) kann die Nahrung passieren, im angespannten Zustand verhindert er den Rückfluss. Funktioniert dieser Verschlussmechanismus nicht zuverlässig, können Mageninhalt, aber auch aggressive Gallen- und Magensäuren in die Speiseröhre gelangen, was sich als Sodbrennen äußert.

Häufigkeit von Speiseröhrenkrebs

In Deutschland ist der Speiseröhrenkrebs (auch Ösophaguskarzinom genannt) eher selten. Insgesamt erkranken rund 5.000 Menschen jährlich an Speiseröhrenkrebs, Männer (ca. 4.000 Fälle) sind stärker betroffen als Frauen. Mit zunehmenden Alter (etwa ab dem 60. Lebensjahr) steigt das Risiko für Speiseröhrenkrebs. Im Wesentlichen muss zwischen zwei verschiedenen Arten von Speisröhrenkrebs unterschieden werden.

Arten von Speiseröhrenkrebs

Bei der Hälfte der Fälle von Speiseröhrenkrebs handelt es ich um das Adenokarzinom, es findet sich im unteren Drittel der Speiseröhre und befällt die drüsigen Schleimhautzellen. Das Plattenepithelkarzinom entsteht in den oberen zwei Dritteln der Speiseröhre – sogar bis in den Halsbereich hinein – und befällt die obere Schicht der Speiseröhrenschleimhaut. Beide Krebsarten unterscheiden sich in ihrer feingeweblichen Struktur.

Das Adenokarzinom im unteren Teil wird durch einen Rückfluss des Mageninhaltes begünstigt, während ein Plattenepithelkarzinom auf Nikotin und Alkoholkonsum zurückgeführt wird.

Der Speiseröhrenkrebs ist im fernen Osten häufiger zu finden, als Ursache gilt ein erhöhter Teekonsum in diesen Ländern. Aber es ist weniger der Tee, der krebserregend wirkt, als die durch die Hitze entstandenen Verbrennungen innerhalb der Speiseröhre.

Wesentlich seltener tritt noch eine weitere Art von Speiseröhrenkrebs auf, die sich in Längsrichtung der Speiseröhre ausbreitet und bestimmte Nerven (Plexus myentericus Auerbach) der Speiseröhre zerstört. Dadurch wird die Speiseröhre ihrer Peristaltik, also ihrer für den Nahrungstransport notwendigen Beweglichkeit, beraubt. Es entsteht ein sogenanntes scirrhöses (hartes) Speiseröhrenkarzinom, bei dem die Speiseröhre zu einem unbeweglichen Gebilde erstarrt.

Krankheitsverlauf und Behandlung der Krebsarten sind sehr ähnlich, die Heilungsaussichten sind um so besser, je früher der Speiseröhrenkrebs entdeckt wird. Aber genau dahinter verbirgt sich das Problem von Speiseröhrenkrebs.

Christian Wolf

27. Juli 2016
Viele Darmkrebspatienten sind nach der Operation auf ein Stoma angewiesen, einen künstlichen Darmausgang. Bereits in der Klinik sollte der Patient im Umgang mit dem Stoma geschult werden.
  
26. Juli 2016
Patienten sollten wissen, dass sie bei der Auswahl der Rehaklinik laut Sozialgesetzbuch ein Wunsch- und Wahlrecht haben. Im Antrag sollte begründet werden, warum man sich für die gewünschte Klinik entschieden hat.
  
25. Juli 2016
1951 gegründet, blickt die Hamburger Krebsgesellschaft 2016 auf 65 Jahre Bestehen zurück. Ein großer Asprekt der Arbeit ist die psychosoziale Versorgung von Betroffenen und Angehörigen.
  
22. Juli 2016
Nach der Diagnose Krebs stellen sich für die Betroffenen und Angehörigen auch einige sozialrechtliche Fragen. Dabei geht es sowohl um die Leistungen der Krankenkassen als auch um Hilfe bei durch die Krankheit entstehenden Kosten.
  
22. Juli 2016
Studien zeigen, dass auch bei älteren Patienten mit kleinzelligem Lungenkrebs eine Kombination auf Chemo- und Strahlentherapie sinnvoll sein kann.